Between The Lines von Jodi Picoult und Samantha Van Leer

Ich bin ein riesiger Fan von Jodi Picoults Romanen und habe ihr einen eigenen Platz in meinem Bücherregal gewidmet. Dieser Roman aber ist etwas anderes als die sonst eher ernsten Romane, die wir von ihr kennen – und es ist ein Jugendbuch, das sie gemeinsam mit ihrer Tochter Samantha Van Leer geschrieben hat.

image

Titel: Between The Lines
Autor: Jodi Picoult & Samantha Van Leer
Verlag: Atria / Simon Pulse (en)
Genre: Jugendbuch

image

Delilah ist ein Teenager, der sich in Bücher und seit neustem insbesondere ist ein ganz bestimmtes Märchen flüchtet. Oliver ist der Prinz aus dem Märchen, der versucht, dem Buch zu entkommen, wenn es nicht gerade gelesen wird und er seine Rolle spielen muss. Als es Oliver und Delilah zum ersten Mal gelingt, miteinander zu sprechen, ist für beide klar: Sie müssen versuchen, Oliver aus dem Buch herauszuholen.

image

Märchenhaft, verzaubert, ruhig, alltäglich, magisch

image

Der Roman erinnerte mich etwas an Jennifer Benkaus „Himmelsfern“ – in erster Linie weil auch dieser Roman sich für mich damit auszeichnete, dass er in einer sehr realen Welt und im Alltag eines ganz normalen Mädchens spielt und doch voller Fantasyelemente ist.

image

Auf den ersten Seiten des Romans erklärt Jodi Picoult, wie es dazu kam, dass sie gemeinsam mit ihrer Tochter ein Buch schreibt. Ob stolze Mutter oder doch etwas zu angeberisch, wurde mir hier nicht ganz klar – trotzdem fand ich es super, einen Eintrag der Autorin gleich am Anfang des Romans lesen zu können.

Die eigentliche Geschichte beginnt mit einem Märchen und einer Zeichnung, die wirklich schön gemacht ist. Ich bin eigentlich kein Märchenfan und doch muss ich hier gleich auf den ersten Seiten feststellen, dass die beiden Autorinnen es eindeutig verstehen, einen Twist geschickt in eine Geschichte einzubauen. So trauer auch ich direkt um King Maurice und bin gleichzeitig erstaunt, wie fein ausgearbeitet dieses Märchen ist.

Auch Oliver, der Prinz aus dem Märchen, hat eindeutig seine Macken und ist alles andere als perfekt. Wechselt die Erzählperspektive von dem Märchen zu seiner, so wird plötzlich in Alltagssprache gesprochen. Der Gedanke, dass die Charakter ein anderes Leben führen, wenn das Buch nicht gerade gelesen wird, ist fesselnd und bietet Platz für jede Menge witzige Details.

Der Konflikt, dass Delilah am liebsten in das Buch einsteigen würde, während er es um jeden Preis verlassen will, macht die Geschichte spannend – schade fand ich nur, dass es für mich als Leser ja dann praktisch besser wäre, das Buch nicht zu lesen, damit die Charakter ihrem eigenen Leben nachgehen können und ihre Ruhe vor mir haben.

Besonders schön fand ich auch die Art, wie das Buch gedruckt ist: Die unterschiedlichen Schriftfarben heben direkt heraus, um welche Erzählperspektive es sich handelt, und die Zeichnungen tauchen immer wieder auf. Delilah selbst ist ein wirklich sympathisch Charakter – sie ist vielleicht nicht gerade beliebt, lebt aber auch nicht hinterm Mond und hat eindeutig Humor und Mut.

Witzig ist, wie verwöhnt hingegen der Märchenprinz ist – und wie sie ihn immer wieder zurechtweist. Damit ist er zwar ab und zu doch eine eher klischeehafter Prinz, Delilah aber bleibt das bodenständige Mädchen. Die Moral der Geschichte („Maybe I can change my story“) scheint zwar offensichtlich und wie schnell die beiden sich verlieben, ohne sich jemals im wirklichen Leben getroffen zu haben, ist dann doch sehr kitschig, dennoch sind diese beiden Charaktere so sympathisch, dass man weiterlesen muss.

Stellenweise ist der Plot arg von Zufällen abhängig wie teilweise der Tatsache, dass Oliver auf das magische Gemälde trifft, und nach einer Weile gefielen mir die Märchenteile nicht mehr so gut. Hier fehlte mir die Spannung und der Bezug zur eigentlichen Geschichte.

Besonders gespannt war ich auf das Ende, denn lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, dass es den Autorinnen gelingen würde, ein passendes und klischeefreies Ende für einen so verzwickten Konflikt zu finden – und dennoch gelingt es ihnen, das Ende ist zwar teilweise offen, dafür aber auch wirklich schön und endlich frei von Klischees.

image

Anstelle eines Belletristik-Jugendbuchs hätte man den Roman ebenso gut als Fantasy anpreisen können, denn das ist er letztendlich. Dennoch sind die Charaktere, die mit ihrem Humor und ihrer Bodenständigkeit überzeugen, die gemeinsam mit dieser märchenhaften Atmosphäre einen wirklich schönen Roman machen!

Advertisements

Kommentiere

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s