To Kill A Mockingbird – Harper Lee

Mockingbird1Scout Finch wohnt mit ihrem Vater Atticus, ihrem Bruder Jem und dem geheimnisvollen Jungen Dill, der sie jeden Sommer besucht, in Alabama – und ist die Erzählerin aus Harper Lees Roman „To Kill a Mockingbird“. Sie beschreibt aus ihrer kindlichen Perspektive eine Stadt, in der die Rassentrennung noch vorherrscht, sowie den Kampf, den ihr Vater dagegen führt.

Scout als Erzählerin macht den Roman auch schon besonders: Ihre kindliche Sichtweise ist manchmal naiv, aber immer absolut ehrlich. Mit viel Neugier beschreibt sie die Nachbarn und Bewohner von Maycomb, einer Stadt, die im Deep South der 30er Jahre liegt. Die Autorin ahmt den dort gesprochenen Dialekt auch in der Schriftsprache nach, weshalb der Roman im Original nicht ganz einfach zu verstehen ist – versteht man einmal die wichtigsten Ausdrücke und Wendungen, macht es dafür Spaß, dass gerade dieser Dialekt dem Roman eine besondere Stimmung verleiht. Scouts Mitschüler sind größtenteils bitterarm, während sie selbst ein recht behütetes Zuhause hat. Trotz der zahlreichen Versuche vonseiten ihrer Tante, aus Scout eine echte „Lady“ zu machen, ist ihr Vater doch auf dem Boden geblieben – und Scout immer noch das Kind, das sie sein möchte. Interessant ist jedoch auch Dill, der Junge, der jedes Jahr im Sommer in Maycomb auftaucht, um seine Tante zu besuchen. Wo er sonst wohnt, weiß man nicht genau, dafür erzählt er umso lieber Geschichten darüber. Seine blühende Fantasie und die zahlreichen Spiele und im Garten aufgeführten Theaterstücke der Kinder erinnerten mich mitunter an Bullerbü. Scouts Vater, Atticus, hat währenddessen andere Sorgen: Als Anwalter verteidigt er einen Schwarzen, der von einem Weißen angeklagt wird, dessen Tochter vergewaltigt zu haben. Ohne ihn arrogant oder überheblich erscheinen zu lassen, skizziert Harper Lee das Porträt eines echten Helden, der sich erheblich für den Kampf gegen die Rassentrennung einsetzt – und sorgt damit dafür, dass der Roman auch heute noch relevant ist.

Angepriesen wird der Roman oft als „einfache Liebesgeschichte“, auch wenn wir heute unter einer Liebesgeschichte etwas anderes verstehen. Dennoch beschreibt dieser Ausdruck die Stimmung des Romans am besten: sensibel, beschreibend und warmherzig. Ein Roman, den ich jedem empfehlen würde – auf der einen Seite weil das Thema noch heute relevant ist und auf der anderen Seite weil er wunderschön geschrieben ist!

Hast du schon einmal ein englisches Buch, das um 1960 rum erschien, gelesen? Oder kennst du vielleicht sogar dieses?

P.S.: Meine Rezension zu „Etta and Otto and Russell and James“ sowie Wie lang wird mein Roman?

Mockingbird2

Scout Finch, her father Atticus, her brother Jem and the mysterious boy Dill, who comes to visit them each sommer, live in Alabama and are the protagonists from Harper Lee’s „To kill a mockingbird“. From her childlike perspective, Scout describes her home town, which is dominated by racial segregation, as well as her father, who is determined to fight it.

Scout’s perspective is only one of the things which make the novel special: Her voice is sometimes slightly naive, but always honest. She is a curious kid who likes to describe her neighbors in Maycomb, a town in the Deep South back in the 30s. The author includes the local dialect in her direct speech, making it difficult for non-native speakers to understand it, but once you have grasped the most important expressions and phrases, it is great how the dialect becomes a part of such a “long ago”-world. While many of Scout’s classmates are quite poor, Scout has a nice home: Despite all of her aunt’s attempts to make her a “lady”, her father is so down to earth that he has made sure that Scout remains the child she is. Another interesting aspect is Dill, the boy who comes to visit his aunt living in Maycomb each summer. Nobody knows for sure where he lives during the rest of the year, but he likes to tell a lot of (sometimes contravening) stories about his home. His great imagination, the games the kids play and the plays they perform in the garden – all of that reminded me of Astrid Lindgren’s books. Scout’s father is concerned with a different problem though: As a lawyer, he is defending a black man who was accused by a white man of raping his daughter. Without making him seem arrogant or too mighty, Harper Lee draws the portrait of a real hero who fights against racial segregation – last but not least allowing the novel to still be relevant today.

The novel was often called a “simple love story”, even though today, we mostly consider a love story to be something different. Still that phrase is what describes the novel’s atmosphere best. It is a novel I would recommend to everyone – on the one hand because of its relevance and on the other hand because it is so beautifully written!

Have you ever read a novel published around 1960? Or have you even read this one?

P.S.: My reviews of „Gone Girl“ and „Etta and Otto and Russell and James“

Mockingbird4


Advertisements

6 Antworten zu “To Kill A Mockingbird – Harper Lee

  1. Pingback: Girl Online – Zoe Sugg | Zeilentanz·

  2. Englische Bücher schon, die Jahreszahl müsste ich nachschlagen. 😀 Zum Thema Dialekt: Wah, um Himmels Willen! Wenn ich irgendwo das Wort Dialekt lese, ist das für mich ein Grund, das Buch nur in Ausnahmefällen zu lesen. Ich hasse nichts mehr in Büchern als Dialekte. *schüttel* *wieder abreg* Ähm, ja. Ich hege eine Abneigung dagegen. *hüstel*
    Sag mal, wie viele Postings hast du eigentlich auf deinem Blog? Gehört zwar eher in den Kommentar zu dem Statistik-Post, aber das Wechseln war mir zu mühsam. 😀 Ich habe weltüberragende, grandiose neun Stück, aber ich arbeite daran, dass die mehr werden. Habe nämlich auch endlich mein Design überarbeitet und alles hübsch frühjahrsfein gemacht. *stolz guck* Okay, das Frühjahr ist schon fast rum, aber trotzdem. 🙂
    Liebe Grüße
    Mieze

    • Huhu 🙂

      Erstmal ein riesiges Dankeschön an dich, Mieze, dass du hier so viele Kommentare hinterlässt! Ich freue mich immer, etwas von dir zu hören ❤

      Ich lese richtig gerne Englisch, ich mag's einfach im Origial 😉 Der Dialekt ist in "Mockingbird" wirklich stark – aber es passt 😉

      Ich hab gerade mal nachgeschaut: Den 160. hab ich so eben getippt und er wird in zwei Tagen online gehen 😉 Neun ist doch schonmal etwas! Wenn ich auf deinen Link klicke, kommt aber kein Blog – hast du eine neue Adresse? 🙂 Ich würde gerne mal bei dir vorbeischauen 😉

      Liebe Grüße,
      Marie

      • Ach, Liebes, das mache ich doch total gerne! ❤
        Was das englische Lesen betrifft: Ich mag das zwar auch, aber ich bin damit elendig langsam und gerade weil ich im Deutschen extremst schnell lese (1.400 Seiten in 31 Stunden mit Pausen zum Schlafen, für Schule und zum Leben) kommt es mir dann vor, als würde ich nichts schaffen.
        Den dritten Band von Selection habe ich auf Englisch gelesen, als er auf Deutsch noch gar nicht erschienen war und weil ich ihn ausgeliehen und das Lesen dann ewig vor mir hergeschoben habe, musste ich den Großteil davon an einem Abend lesen. Ich hatte noch nie solche Kopfschmerzen wie danach! 😀

        Huch, was, hoppla! Da schaue ich nachher mal, wie ich das mit dem Verlinken mache. Mein Blog findet sich unter weltenauspapier.wordpress.com und im Moment mache ich gerne Laberposts. *gg*
        Wow, 160 Posts. *respektvoll guck* Das ist wirklich viel. Vielleicht komme ich da ja auch irgendwann mal hin … in zwei oder drei oder vielleicht auch vier Jahren … *hust* 😀 Übrigens, ich glaube, du hast irgendetwas komisch eingestellt zu den Mail-Benachrichtigungen, ich glaube, ich habe schon die Benachrichtigung für den nächsten Post, obwohl der noch nicht erschienen ist, das ist ein bisschen komisch. Oder ist das gewollt? Books arrived?

      • Huhu 🙂

        Wie fandest du den dritten Band von Selection denn generell? Ich hab den ersten mal zwischendurch gelesen und dann nie die Zeit gefunden, um weiterzulesen – im Moment überlege ich aber, ob ich das nicht mal machen sollte 😉

        Die Posts häufen sich einfach über die Wochen an – mehr als drei Posts pro Woche blogge ich auch nie 😉
        Ein kleines Sorry wegen der fehlerhaften E-Mail-Benachrichtigung: Den Post hab ich versehentlich beim Editieren veröffentlicht und dann schnell wieder zurückgenommen – da war die Mail aber leider schon raus 😉 Nächste Woche findest du den Post dann auch öffentlich hier 🙂

        Gaaanz liebe Grüße!
        Deine Marie

  3. Pingback: Just Arrived: Books May 2015 | Zeilentanz·

Kommentiere

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s