Extracurricular. Or Why My CV Indeed Makes Sense.

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Es gibt Studiengänge, da zählt nur der NC, und darüber, wie viel der über die Person, die dahinter steht, aussagt, sagen kann, lässt sich streiten. Und es gibt mit Sicherheit auch Berufe, bei denen niemand einen Blick auf deinen Lebenslauf wirkt. Ich kenne Ärzte, die zwei Jahre lang etwas anderes als Medizin studiert haben. Philosophie. Oder Politik.  Zwischendurch. Zum Spaß. Weil später eh niemand einen Blick auf den Lebenslauf werfen wird. Und es gibt die Menschen, die predigen, dass der Lebenslauf wichtig ist: Lieber ein oder zwei Punkte weniger im Abitur, dafür aber ehrenamtliches Engagement, kreative Hobbies, zahlreiche Praktika. Ehrenamtliches Engagement verhilft dir nicht zu jedem Studiengang. Vielleicht aber zu deinem ersten Job. Vielleicht suchen die Befürwörter des Lebenslaufs auch nur Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.

Und es gibt, die das dann auch tun, und ich bin so eine. Englisch und Französisch in der Schule gehabt, zuhause noch etwas Spanisch per Selbststudium gelernt. Ehrenamtlich Sport-AGs und -workshops organisiert, Nachhilfe gegeben und mit Mädchen und Jungen mit körperlicher oder geistiger Behinderung gearbeitet. Der eigene Blog, das damit verbundene Marketing, für zwei Lokalzeitungen geschrieben, den Verlagsvertrag, in der engeren Auswahl eines Jugendliteraturpreises gewesen, Abizeitungsgremium. Tanzunterricht für Kinder und Jugendliche gegeben, Pflichtpraktikum hier, freiwilliges Praktikum da. Weil man ja nichts verpassen möchte. Alle Chancen nutzen will. Davon ja auch etwas lernen kann. Weil es sich eben gut im Lebenslauf macht. Auch wenn es vielleicht nie jemanden interessieren wird, wie viel Arbeit es ist, Kindertanzen zu organisieren. Einen Roman professionell zu lektorieren. In den Ferien Praktika zu machen.

Schule fast fertig, mitten im Abi-Lernstress, die ersten Bewerbungsgespräche. Ob ich mich auf Spanisch vorstellen kann, fragt da ein spanisches Unternehmen. Ob ich schon einmal mit Menschen mit Behinderung gearbeitet habe, fragt da die Leiterin eines Projekts, für das ich mich als Freiwillige beworben habe. Ob ich Erfahrung mit Sozialen Medien und mit Bloggen habe, fragt da ein schwedischer Verbund. Ob ich schon journalistische Erfahrungen sammeln konnte, fragt da ein Zeitungsprojekt auf der Suche nach jungen Chefredakteurin für die Ausgabe für Jugendliche. Ob ich mich überhaupt schon einmal ehrenamtlich engagiert habe.

Ja, das hab ich. Und jetzt ist der Punkt gekommen, an dem sich das alles auszahlt. In den letzten Wochen wurden mir interessante Projekte angeboten und ich habe Menschen kennen gelernt, die meinen kunterbunten Lebenslauf sehr zu schätzen wussten. Mich hat es nur bestärkt: Leider wird mir schon beim Anschauen von Grey’s Anatomy übel und für die Medizinkarriere wird es damit wohl kaum reichen. Dafür hab ich tausend Sachen ausprobiert, mit Menschen gearbeitet, mit Kindern, mit Medien, mit Sprachen, mit Texten, mit Organisation. Und da, wo ich hin will, braucht man eben das: Kreativität und Vielfältigkeit.

There are degree courses where the GPA only counts and it is controversial how much a GPA can tell you about a person. And sure, there are jobs where no one will ever take a look at your CV. I know doctors who have spent two years studying something else than medicine. Philosophy. Or politics. In between. Just for fun. Because later no one might ever take a look at that CV. And there are people who tell you how important your CV is: Rather a slightly lower GPA, but therefore voluntary work, creative hobbies, numerous internships. Voluntary work might not get you a degree. Voluntary work might get you a first job though. Maybe the advocates of CVs are only in need of people who are willing to work voluntarily.

And then there are those who do what the advocates of voluntary work say and I am one of those. I had English and French at school, also studied English at home. I organized sports clubs, homework support and worked with children with disabilities – voluntarily. My own blog, the marketing connected with it, writing for two local newspapers, having signed with a publishing house, been nominated for a youth literature award, mandatory internship, voluntary internship. Because one does not want to miss anything. Because one wants to take any opportunity possible. Because one can also learn from it. Because it look good in your CV. Even though no one might ever care how much effort it is organizing creative dance classes. Editing a novel professional. Doing voluntary internships.

Almost done with school, currently studying for the final exams, some first interviews for possible future jobs and opportunities. If I am able to introduce myself in Spanish, a Spanish project asks. If I have ever worked with people with disabilities, another project asks. If I have experience with social media and with blogs, a Swedish project asks. If I have worked as a journalist or done another kind of writing, another project asks. If I have ever done any voluntary work.

Yes, I have. And now the time has come to let people know. Lately, I have been offered many interesting project and I have met people who were looking for someone with a CV as colorful as mine. They have encouraged me to continue: Unfortunately, I feel very sick when watching Grey’s Anatomy and I am probably the last person who should work as a doctor. Therefore I have tried a zillion other things, have worked with people, with children, with media, with languages, with administration, with texts. Und where I want to be one day, that is what counts: Creativity and diversity.

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