Tigermilch – Stefanie de Velasco

wpid-wp-1422027379703.jpegDie beiden Protagonisten aus Tigermilch von Stefanie de Velasco mixen auf der Schultoilette Schnaps mit Müllermilch, üben auf dem Babystrich für den Richtigen und sind beste Freundinnen. Als sie aber einen Ehrenmord beobachten, wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt. Sollen sie den wahren Täter verraten?

 Alles, das schon auf den ersten Seiten schockiert, wird ganz nebensächlich erwähnt. Eine nahezu naive Erzählstimme erzählt von einem ärmlichen Mileu. Anfangs scheint manchmal Trauer mitzuschwingen, Nisis Welt aber ist bunt. Sie weiß, worauf die Jungen abfahren, sie ist jetzt erwachsen. Sie glauben, sie können die Welt ändern, aber vielleicht muss Jameelah das Land verlassen. Sie kompensieren Ohnmachtsgefühle und doch nehmen sie ihr Leben in die Hand. Sie versuchen, sich zu schützen, und machen sich damit nur noch verletzlicher. Gibt es solche Vierzehnjährigen überhaupt? Wenn sie nur zum Essen ins Freibad gehen, steckt plötzlich wieder ganz viel Kind in ihnen. Der Schreibstil ist poetisch, die Dialoge wunderschön fein ausgearbeitet. Anführungszeichen fehlen ganz, fördern den Erzählfluss und lassen Dialoge in Beschreibungen übergehen. Stefanie de Velasco stützt sich nicht auf Klischees, sie nimmt ihre Protagonistinnen absolut ernst. Sie leben in ihrer eigenen Welt, in der die große Welt da draußen manchmal reinbricht, die sie dann aber wieder vor anderen schließen. Egal wie extrem sie sind, sie wirken doch echt. Der Erzählstil ist ruhig und ehrlich und wird von erlebter Rede und Gedankenstrom beherrscht. Was Nisi denkt prasselt nur so auf den Leser ein und die Kapitel hören meist genau da auf, wo es am spannendsten wirkt. Ein Debütroman, der mich begeistert hat, vor allem weil er so anders ist. Viele haben ihn bereits mit „Tschick“ verglichen, doch so würde ich es nicht sehen. Der Schreibstil ist außerordentlich interessant, manchmal waren es mir zu vielen Nebenfiguren, die wichtig waren, und doch konnte ich das Buch nicht weglegen: Der Erzähltstil überzeugt!

The two protagonists from „Tigermilch“ by Stefanie de Velasco mix milk with alcohol in school and are best friends. When they watch an honor killing, they are not sure if they are supposed to reveal who truly killed Jasna.

Everything that may shock the reader on the first few days is mentioned secondarily. A voice which is almost naive tells us about a rather poor family. At first, there is sadness in her voice, but Nisi’s world is colorful. She knows that boys like, she is grown-up now. Sie believes that she can change the world, but Jameelah might have to leave the country. They are looking for security and thus make themselves even more vulnerable. Do Kids like that really exist? When they are swimming in the pool, they seem like children once again. The style ist poetical, the dialogues are beautiful. There are no quotation marks and make the novel faster. Stefanie de Velasco does not work with clichées, she takes her protagonists seriously. No matter how extreme they are, they always seem genuine. The voice is calm and honest and the story is filled by Nisi’s thoughts. The chapters end when it becomes the most exciting. A debut which I fell in love with, because it is so different!

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