Endgame von James Frey

InstagramCapture_2ac6761f-9050-4c13-8b5d-8001304b364fEckdaten

Titel: Endgame
Autor: James Frey
Genre: Fantasy

InhaltIm Endgame treten 12 Spieler aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt gegeneinander an. Sie alle wurden ihr Leben lang für dieses Spiel trainiert und haben doch nicht damit gerechnet, jemals im Endgame antreten zu müssen. Jetzt aber sind sie gezwungen zu spielen und der Einsatz ist hoch: Nur einer kann überleben.

ähnlich wieAuf den ersten Blick erinnerte es mich an Hunger Games – und doch ist es mal erfrischend anders.

AdjektiveSpannend, fanatisch, exotisch, rau, blutig

RezensionVerliebt habe ich mich direkt in das Cover. Generell gesagt scheinen Verlag & Co. einiges daran zu legen, das Buch als etwas Besonderes aufzuziehen: In den USA ist es schließlich bereits dafür bekannt, dass James Frey nicht nur ein Buch sondern ein Endgame für seine Leser erstellt hat. Ebenso aufwendig wie diese Marketingstrategie ist auch das goldene Cover – ein echter Blickfang!

Wirklich inspirierend fand ich auch das Thema: Zum einen wird die Bedeutung von Individualität ebenso wie die Konsequenzen des eigenen Handelns betont – gleichzeitig ist aber auch der Gedanke, dass es ein „Himmelsvolk“ gibt, das uns beobachtet und kontrolliert wie wir Tiere im Zoo beobachten, verbunden mit dem immer wieder auftauchendem Spruch „Was sein wird, wird sein“ interessant.

Parallelen zu Hunger Games musste ich schon beim Lesen des Klappentexts feststellen und war gar nicht begeistert. Der Klappentext aber kann dem Roman absolut nicht gerecht werden, denn dieser Roman hat eindeutig mehr zu bieten als nur ein weiteres Spiel. Schon wenn das Setting, ein exotisches China, vorgestellt wird, wird klar, dass die Atmosphäre nicht an Hunger Games erinnern soll.

Gar nicht gefallen hat mir der Prolog: Als Leser fühlte ich mich angesprochen, bevor ich überhaupt einen Einblick in die Thematik hatte. Ein direkter Einstieg in die Geschichte wäre mir hier lieber gewesen. Auch die Liebe, die zwar immer wieder auftaucht aber wenige Szenen für sich allein bekommt, hätte für meinen Geschmack gerne öfter auftauchen dürfen – hier wird viel angedeutet aber wenig erzählt. Genug hatte ich dafür von Blut – der Roman war mir eindeutig zu gewaltverherrlichend.

Während des Lesens blieben für mich im Plot verschiedene Fragen offen, die ich mir bis zum Ende nicht erklären konnte: Warum sind die Menschen nur das Publikum, wenn doch in einigen Ländern alle Menschen von Endgame zu wissen scheinen, während es in anderen Ländern ein Geheimnis ist? Können die Spieler denn nun nichts Übersinnliches oder doch? Christopher kann also die Stimme des Mädchens, das er auf der ganzen Welt sucht, nicht erkennen? Einen eingepflanzten Chip soll man ertasten können? Führt Endgame nicht zu weiteren Zerstörungen? Warum kann ein einfacher, amerikanischer Tourist einen schwierigen Code entschlüsseln? Abgesehen von diesen inhaltlichen Fragen fehlte mir manchmal der rote Faden: Was suchen die Spieler? Ist die Suche der Schlüssel für diesen Band die einzige Aufgabe?

Äußerst einzigartig ist dafür der Schreibstil, der einiges ausbügeln kann: Die Szenen werden sauber beobachtet und detailvoll dargestellt. Die Erzählstimme erscheint dabei gierig und analytisch, manchmal fast schon bissig undüberspitzt. Immer wieder sind genaue Zahlengaben, sei es ein Kreisradius und die Anzahl der Flugzeugpassagiere, angegeben – Zahlen, die normale Menschen nur schätzen könnten.

Besonders toll fand ich die unterschiedlichen Spieler: Sie alle haben interessante Charakterzüge und sind erfrischend anders, wilder und auch ausgeprägter als wir es gewohnt sind. Anfangs werden sie hervorragend in Szenen, die ihre Charakterzüge direkt herausstellen, dargestellt.

Insbesondere Sarah habe ich von Anfang an liebgewonnen und der Autor versteht es, Charakter, die der Leser einmal mag, oft genug vorkommen zu lassen. Ansonsten springt er in rasender Geschwindigkeit von einem Charakter zum nächsten. Meine Befürchtung, dass Verwirrung aufkommen würde, konnte ich aber nicht bestätigen – stattdessen wird es gerade da wahnsinnig spannend.

Die Spieler haben alle unterschiedliche Einstellungen zum Endgame; sie sind nicht nur blutrünstige Killer sondern auch intelligente Freaks. Viele der Figuren sind inspirierend stark und doch macht Liebe sie zerbrechlich – vielleicht aber auch einfach nur menschlich.

BewertungDer Roman war erstaunlich anders: Hier siegen nicht zwingend die Sympathieträger, es sterben Charaktere, die der Leser längst liebgewonnen hat, und die Erzählstimme ist wunderbar rau. Das Ende fand ich nicht ganz befriedigend, gibt aber einen spannenden Ausblick auf die folgenden Bände. In meinen Notizen zum Plot habe ich mir viel Negatives notiert – und doch konnte ich das Buch nicht weglegen: Dafür waren die Figuren zu genial skizziert und die Spannung wurde zu hoch gehalten. Den Hype ist es wert!

Fünf

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2 Antworten zu “Endgame von James Frey

  1. Hallo und guten Tag,

    trotz viele Gemeinsamkeiten mit anderen Bücher interessant, wie mir scheint. Aber mir ist persönlich diese ganze Werbemaschinerie immer etwas fragwürdig…

    LG..Karin..

    • Hallo Karin,

      als Autorin bin ich immer fasziniert von den Werbeideen, die sich manche Autoren einfallen lassen – aber natürlich folgen darauf auch hohe Erwartungen. Ich fand, dass der Roman meine Erwartungen erfüllen konnte, aber er ist definitiv eher einzigartig und kann und wird damit nicht jedem gefallen 😉

      Liebe Grüße,
      Marie

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