We Were Liars von E. Lockhart

wpid-instagramcapture_dae5f856-c429-4c11-9043-0e5c54b02122_jpg.jpg

image

Titel: We Were Liars
Autor: E. Lockhart
Verlag: Hot Key Books (englische ebook-Version)
Thema: Jugendbuch Belletristik

image

Sie sind wohlhabend, ehrgeizig und schön: die Sinclairs und deren älteste Enkelkinder Cadence, Mirren, Johnny und Gat. Wie jedes Jahr verbringen sie den Sommer auf der Insel ihres Großvaters, doch etwas ist dieses Jahr anders: Nachdem sie in dem Sommer vor zwei Jahren eine Kopfverletzung erlitt, kann Cadence sich nicht mehr an den gesamten Sommer erinnern. Sie weiß jedoch, dass etwas Wichtiges geschah – und kommt dem Geheimnis rund um die Eifersucht innerhalb der Familie, den Machenschaften der Jugendlichen und dem Reichtum ihres Großvaters langsam auf die Spur.

image

Der Roman erinnerte mich an andere Roman, die für das in den USA bekannte Genre ,,Young Adult Contemporary“ bekannt sind. Vom Setting her musste ich spontan an Sarah Dessens ,,Zu cool für dich“ denken, während Teile aber auch an ,,In meinem Himmel“ erinnerten – auch wenn im Gesamten keines dieser beiden Bücher diesem Roman ähnelt.

image

Reich, künstlerisch, dramatisch, zerstörerisch, tragisch.

image

„I´d a million times rather live and risk and have it all end badly than stay in the box I´ve been in for the past two years. It´s a tiny box, Mirren.“ (We Were Liars von E. Lockhart erscheinen bei Hot Key Books)

image

Das amerikanische Cover gefällt mir sehr gut – sowohl das Bild der Jugendlichen im Wasser als auch das Verschwommene sowie die Schrift. Der Titel selbst ist ebenso äußerst passend und setzt bereits eine gewisse Stimmung. Der Roman besteht aus vielen kurzen Kapiteln, was gut zu der Schnelllebigkeit des Themas passt und außerdem den Effekt hat, dass der Roman schnell gelesen wird (,,Ein Kapitel schaffe ich noch“). Er beginnt mit dem Familienstammbaum der Sinclairs sowie einem Plan der Insel. Zu beidem wird der Leser noch das ein oder andere Mal zurückblättern müssen – sowohl eine schöne Idee als auch sehr sinnvoll.

Der Schreibstil ist geprägt von zahlreichen Übertreibungen, die den Leser dazu veranlassen, selbst zu erörtern, was von dem, das Cadence erzählt, Metaphern für ihre Gefühle sind und was tatsächlich so geschehen ist. Der Roman erzählt von einer Welt voller Reichtum und Schönheit, in die man gerne eintauchen möchte, auch wenn es von Anfang an eine Fassade ist, die wackelt. Cadence ist anfänglich eher süß und naiv und stellt das Leben da wie es ist mit vierzehn: schnell und spontan und doch ist sie mit vielen Entscheidungen überfordert.

Das Setting auf der Insel versprüht einen gewissen Charme – es geht um Neureiche, All American Girls, die auch gerne damit protzen. Sie sind, ach, so schön, ach, so reich. Und doch sind sie kalt und kehren das ein oder andere Geheimnis nur zu gerne unter den Teppich. Der Schreibstil bleibt dabei dramatisch und spannend ebenso wie das Verhalten der Figuren spontan und oft unerwartet ist.

Cadence selbst ist verwöhnt und sucht das Mitleid der anderen – trotzdem gelingt es dem Autor, sie zu einer für den Leser sympathischen Figur zu machen: Man leidet mit ihr, wenn der Junge, der anfänglich nur ein Sommerflirt ist, sie einfach stehen lässt und doch weiß man, dass dahinter mehr stecken muss. Der American Dream kriegt allmählich Risse und doch träumt man von einem solchen Zuhause für den Sommer, egal wie zerbrechlich der Traum hier dargestellt wird.

Die Figuren sind geprägt von Rache und Eifersucht. Die Mütter der Protagonisten arbeiten selbst eher wenig, sie sind geschieden und sie sind auf das Erbe angewiesen – das ihr Vater droht, ihnen zu entziehen. Sie sind oberflächlich und haben kein echtes Interesse aneinander. Auch die Jugendliche verlieren sich über das Schuljahr und kehren doch im Sommer wieder zurück, um an letztes Jahr anzuknüpfen, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was in der Zwischenzeit passiert ist.

Das Ende nimmt dem Roman das Realistische. Es gibt zahlreiche Hinweise auf ein solches Ende und im Nachhinein muss ich zugeben, dass man auf die Idee kommen könnte. Mich überraschte es trotzdem absolut und erscheint mir nicht ganz passend für einen Belletristik-Jugendroman. Perfekt passt es aber in diese Scheinwelt und ist ebenso zerstörerisch wie tragisch.

image

Ein Roman, der einzigartig ist dank des Aufbaus, der kurzen Kapitel, den Übertreibungen und den Metaphern. Das Setting ist dabei perfekt, die Figuren sind interessant und der Plot wird langsam aufgerollt. Ein wirklich interessanter Roman, auch wenn ich ihn lieber realistisch gehalten hätte.

image

Advertisements

2 Antworten zu “We Were Liars von E. Lockhart

Kommentiere

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s