Linkshänderland von Lara De Simone

wpid-instagramcapture_4919344a-2e65-4ac9-8aaf-a0a682612411_jpg.jpgEckdaten

Titel: Linkshänderland
Autor: Lara De Simone
Verlag: Baumhaus
Genre: Jugendbuch Fantasy

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Das Linkshänderland ist eine virtuelle Welt, zu der alle Linkshänder Zugang haben – so auch Jannik, der noch ein gelangweilter Student ist aber sich schon bald einer Gruppe anschließen wird, die er noch für den Feind hält, und Liam, dessen Mentor, eine Art Ersatzvater in dieser virtuellen Welt, ihn selbst zum Mentor macht, denn ab jetzt soll er die dreizehnjährige Trix bei ihrem Einstieg ins Linkshänderland begleiten.

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Die Zielgruppe würde ich ähnlich wie die von Kerstin Giers „Silber“ einschätzen, wobei mich der Roman an wenigen Stellen aber an diesen dafür ganz besonders intensiv an Harry Potter erinnerte.

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Düster, virtuell, geheimnisvoll, außergewöhnlich, spannend

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„Wer redet denn von rückgängig machen? Niemand kann etwas ungeschehen machen. Wiedergutmachen ist etwas anderes.“ (Linkshänderland von Lara De Simone erschienen bei Baumhaus, S. 344)

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Der Roman steigt äußerst spannend ein – was wir in erster Linie Lara De Simones Schreibstil zu verdanken haben. Sie pickt aus den Leben ihrer drei Protagonisten jeweils die interessantesten Szenen heraus – gelabert wird hier nicht, stattdessen passiert eine Menge, was deutlich für Spannung sorgt.

Drei Protagonisten spielen eine Rolle und anfangs kennen sie sich noch nicht. Nur langsam knüpfen ihre Lebenswege aneinander an. Auch wenn hierbei manchmal Chaos entsteht, das jüngere Fantasyfans überfordern könnte, sorgt sie jedoch auch so für Spannung. Unterstrichen wird diese von zahlreichen Cliffhandern, die wirklich gut eingesetzt sind – sie wirken niemals gekünstelt und sorgen doch für Spannung.

Einleuchtend ist ebenso die Idee des Linkshänderlands – schließlich sind Linkshänder auch für uns alltäglich. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass ihre Gehirne anders aufgebaut sind, was ihnen im Roman den Zutritt in die virtuelle Welt des Linkshänderlands ermöglicht. Die Tatsache, dass es sich dabei tatsächlich um eine virtuelle und keine reine Fantasiewelt handelt, könnte dabei weiter ausgearbeitet werden – wird sie aber nicht.

Interessant sind nicht nur die Verbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten sondern auch zwischen Realität und virtueller Welt, denn auch dort kennen die Jugendlichen sich teilweise. Auch das Linkshänderland selbst wird dank seiner eigenen Universitäten und seiner eigenen Politik realistisch und insbesondere seine Schulen vermitteln einen gewissen Hogwarts-Flair.

Die Protagonisten selbst fand ich sehr liebenswürdig: Die manchmal sehr freche aber doch sensible Trix als Identifikationsfigur für eher jüngere Leser, die älteren unter ihnen werden sich dafür auch einen so zuverlässigen Bruder wie Liam wünschen und Jannik wird nicht zuletzt den ein oder anderen Fan von Spannung und Action begeistern können.

Anfangs vermittelte der Roman mir denselben Eindruck, den mir auch Kerstin Giers „Silber“ gab: Ich glaubte, an einen Roman für Jüngere geraten zu sein. Dank der beiden älteren Protagonisten wurde dieses letztendlich ausgebügelt. Ich fand, dass der Plan, einen Roman für alle Altersklassen zu schreiben, dennoch nicht ganz aufging, da für jüngere Leser, die Trix als Protagonistin mögen würden, extrem viele Schimpfwörter auftauchen und die Verbindungen und Verknüpfungen teilweise sehr komplex sind.

Auch das Ende konnte mich jedoch begeistern: Der Konflikt zwischen Auftrag und Freunde wurde gut ausgetragen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Auch das Finale selbst erschien mir nicht zu rebellisch sondern gerade realistisch. Gemeinsam mit De Simones flüssigem aber auch intelligentem Schreibstil verlieh es dem Roman definitiv etwas Rundes, das auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

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Mein Fazit ist, dass ich selten so begeistert von einem Fantasyroman war! Dieser ist mal was anderes, kommt ganz ohne Liebe und die üblichen Klischees aus und hat mir einfach Freude bereitet. Er ist intelligent aufgebaut, hat sympathische und doch tiefgründige Figuren und lässt Platz für eine Fortsetzung.

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Ich bedanke mich bei Bastei Lübbe und Blogg Dein Buch für die Bereitstellung des Leseexemplars. Hier kannst du es selbst bestellen!

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2 Antworten zu “Linkshänderland von Lara De Simone

  1. Huhu 🙂
    Tolle Rezi, ich interessiere mich ja schon etwas länger für das Buch, was allerdings irgendwie nur am Titel liegt. 😀 Aber da Fantasy nicht unbedingt mein Genre ist, kann ich gar nicht so wirklich abschätzen ob es mir gefallen würde…

    Liebe Grüße

    Tani

    • Liebe Tani,

      ich fand, unter Fantasybüchern ist es definitiv mal etwas anderes – keine Liebe, dafür starke Identifikationspersonen. Einen Hang zu Abenteuer etc. sollte man zwar schon haben, aber Fantasyfan muss man nicht zwingend sein 😉

      Ich bin gespannt, ob du dich vielleicht doch noch dafür entscheidest 😉

      Liebe Grüße,
      Marie

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