Drücken billige ebooks die Anzahl der Printverkäufe?

wpid-instagramcapture_41dc9654-8d4a-4a80-8fc5-a3e7cfa65a3b.jpgPrint oder ebook – bei den meisten Romanen gibt es beides. Und was kaufst du?

Findest du, dass zu einem Printbuch auch ein ebook gehört? Mittlerweile gibt es die Ausnahme ja höchstens andersherum: ebooks, die nicht länger als Print herausgegeben werden. Ein Printbuch, das es nicht für den Reader gibt, ist jedoch selten geworden – die Nachfrage ist da und der Markt wächst ständig.

Ich hab grundsätzlich beides: den ebook-Reader auf dem Nachttischchen liegen und immer mal wieder ein neuer Roman, der ins Regel gestellt wird. Früher oder später muss sich dabei wohl jeder fragen: Warum kaufe ich mir einige Romane lieber als ebook? Warum andere lieber in Print?

Ebooks sind billiger – gerade für Vielleser ist das mit Sicherheit ein großer Vorteil. Die Preise liegen bei vielen ebooks bereits zwischen 0,99 und 2,99. Suche ich für das Wochenende oder für den Urlaub schnell noch einen Roman, sind solche ebooks natürlich herzlich willkommen. Ich muss zugeben, dass auch ich bei solchen Preisen immer wieder vermute, auf die Qualität rückschließen zu können – mal wurde ich bestätigt, mal nicht. Auch unter den billigsten ebooks habe ich schon tolle Romane gefunden.

Bei anderen Büchern hingegen fühlt es sich schlichtweg falsch an, diese als ebook zu kaufen. Träume ich schon lange davon, habe mir verschiedene Rezensionen durchgelesen und möchte diesen Roman nun endlich selbst haben – dann wird er meist auch als Printbuch gekauft. Dafür halte ich den Roman zu gerne selbst in den Händen und stelle mir ihn später ins Regal.

Vor einigen Wochen wollte ich aber unbedingt „We Were Liars“ lesen. Ich hatte zahlreiche Rezensionen gefunden, die Leseprobe bereits verschlungen und der Roman hörte sich nach genau etwas für mich an. Kurzerhand auf die Wunschliste gestellt, als ich das nächste Mal einen Roman suchte, schon fast in der Buchhandlung angerufen und dann eher zufällig den ebook-Reader eingeschaltet.

Siehe da: Den Roman gab es für kurze Zeit zum Preis von 0,99 bei Amazon – ein wirklich günstiger Preis für ein Roman, der aktuell in den USA so sehr gehypt wird wie dieser. Die 1-Klick-Werbung von Amazon zieht auch bei mir, der Klick war schnell getan und der Roman auf meinem Reader. Hätte ich ihn mir lieber ins Regal gestellt? Schon, aber ich habe genug Bücher auf meiner Wunschliste stehen, um ein anderes ins Regal zu stellen.

Denke ich an meinen eigenen Roman, an Werbetechniken, die ich von anderen Autoren mitbekommen habe, und an den generellen Buchmarkt, stelle ich mir nun aber eine ganz andere Frage: Drücken billige ebook-Preise auf diese Art und Weise die Anzahl der Printverkäufe?

In den Amazon Top 100 sind auf den ersten Seiten wenig Romane, die mehr als 2,99 € kosten. Ich selbst muss zugeben, dass ich in meinen Vielleser-Zeiten (übersetzt: Ferien) auch schon den ein oder anderen Roman für einen billigen Preis ergattern konnte, den ich letztendlich nie gelesen habe. Die wenigen Romane in den Top 100, die teurer als 2,99 € sind, sind auf der anderen Seite beispielsweise die Jojo Moyes-Romane – Bücher von einer Bestsellerautorin also. Bei reinen ebook-Labels jedoch ist auffällig, dass sie diesen Preis dennoch überschreiten: im.press by Carlsen stellt beispielsweise viele Romane für 3,99 € rein – die Leser scheinen also durchaus bereit zu sein, mehr zu zahlen.

Ich habe aufgehört, Printbücher bei Amazon zu bestellen, und doch schaue ich dort gerne nach, wann der Roman erschienen ist, welcher Verlag dahinter steht, wer der Autor oder die Autorin ist – und natürlich auch ob er als ebook erhältlich ist.

Steht ein Roman auf meiner Wunschliste, kostet dieser als Printroman vielleicht 15 €. Sehe ich nun, dass das ebook nur 10 € kostet, lege ich lieber das restliche Geld drauf und kann mir den Roman dafür ins Regal stellen. Kann ich das ebook jedoch für 5 € ergattern, ist der Preisunterschied so groß, dass dies oft zuerst gekauft ist.

Als Gegenargument gegen die These, dass billige ebooks so tatsächlich für weniger verkaufte Printromane sorgen, ist mir bis jetzt nur eins eingefallen: Es gibt Leser, die lesen eben nur ebooks oder nur Printromane – und die entscheiden nicht je nach Preis, was sie kaufen.

Was sagst du dazu?

Kaufst du lieber ebooks oder Print?

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7 Antworten zu “Drücken billige ebooks die Anzahl der Printverkäufe?

  1. In der Tat, Reiselektüre kommt auch bei mir immer nur auf den Reader, ich nehme nur kleine Heftchen (spanische Sachen, Novellen) in der gedruckten Form mit.
    Grundsätzlich finde ich es schöner, wenn ich mir ein Buch gedruckt ins Regal stellen kann, aber ich gehe da nach Dicke und nach Cover. Schönes Cover und 350+ Seiten? Regal! Hässliches Cover und 150+ Seiten? Reader! 😀

  2. Generell macht der Preis den unterschied, warum ein Roman kaufen, der i.d.R. 14,99€ kostet, wenn er gerade für 6,99€ als eBook angeboten wird. Klar. Aber für mich ist das keine Regel, da eBooks bei mir meist nur Kurzgeschichten sind, die mir die Möglichkeit geben sollen, zwischendrin mal etwas „Fremdes“ zu lesen, etwas kurzes und knackiges. Neue Autoren kennenlernen etc..

    Was ich mich frage, warum kauft man Print und eBook? Beides kostet Geld und wenn man das regelmäßig macht, geht das nicht noch mehr auf den Geldbeutel?

    Liebe Grüße
    Henni

    • Hallo Henni,

      danke für deinen Kommentar!

      Das ist natürlich ein interessanter Punkt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich bis jetzt genau eine Kurzgeschichte auf meinem ebook-Reader habe, aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, um neue Autoren kennenzulernen.

      Deine letzte Frage verstehe ich nicht ganz – warum wir generell Bücher kaufen? Oder warum man von einem Buch sowohl das Printexemplar als auch das ebook kauft?

      Liebe Grüße,
      Marie

      • So in etwa darf man die Frage verstehen, warum ist klar: Unterwegs ist der Reader Angenehmer, grade bei dicken Büchern. Es ist eher die Frage, warum man beides Braucht, da ja beides einen gewissen Preis hat und wenn man das ja regelmäßig so macht, geht das ja richtig aufs Geld. Also, warum macht man das, beide Optionen zu haben? Ich seh das nämlich so, das was ich für das gleiche Buch ausgebe, und das immer wieder, könnte ich für neue Bücher ausgeben.. verstehst du was ich meine? 😀

      • Natürlich – und das macht Sinn!

        Es gibt wohl Leser, die mögen eben Optionen – ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht dazu gehöre.

        Liebe Grüße,
        Marie

  3. Über dieses Thema könnte ich ewig reden. Liebe beides, bevorzuge jedoch ebook. Grund: zum Mitnehmen in der Tasche finde ich es viel praktischer als print und du kannst es auch wirklich überall diskret lesen. Ein gedrucktes Buch würde ich ganz selten aufschlagen während ich auf die Bahn warte oder auf meine Freundin in einem Café. Muss aber auch gestehen, dass es mit hinterher im Regal schon fehlen tut. Wenn ich von einem ebook super begeistert bin, bestelle ich mir oft ein (print)Gebrauchtes für wenig Geld.

    • Liebe Leselaune,

      mir geht es ähnlich – ich habe auch schon lange über das Thema nachgedacht.

      Das wenige Gewicht und die wenige Größe der ebooks ist natürlich ein Pluspunkt – gerade bei einer Reiselektüre!

      Liebe Grüße,
      Marie

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