Der Tag, an dem ich fliegen lernte von Stefanie Kremser

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Titel: Der Tag, an dem ich fliegen lernte
Autor: Stefanie Kremser
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Genre: Belletristik

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Von ihrer Mutter weiß Lulu lange Zeit gar nichts, doch eines Tages erfährt sie die Wahrheit: Ihre Mutter ließ sie nach ihrer Geburt aus dem Fenster des Krankenhauszimmers fallen, um dann zu verschwinden, und der Engländer Fergus fing sie auf. Aus lauter Dankbarkeit ließ Lulus Vater Paul ihn in seiner WG einziehen, wo auch Lulu aufwächst, bis sie erfahren möchte, wer ihre Mutter war.

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Eine Art Selbstfindungstrip und Reiseratgeber zugleich mit etwas Historik – etwas ähnliches fällt mir da nicht ein.

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Glücklich, warm, verrückt, zäh, schmerzhaft

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Ich muss ehrlich sagen, dass das Cover mich nicht sonderlich angesprochen hat. Es erschien mir sehr neutral und hell, was nicht ganz zu dem doch teils sehr verrückten Roman passte. Der Titel hingegen hat mich direkt angesprochen: Die Verbindung zu dem Roman ist bereits nach den ersten Seiten hergestellt, was ich etwas schade fand, da der Titel nicht den weiteren Verlauf der Geschichte beinhaltet.

Gerade der Anfang ist interessant geschrieben: Die Protagonistin erzählt bereits ab ihrer Geburt. Während die meisten Menschen keinerlei Erinnerungen an das Babyalter haben, ist es interessant, wie sie die Welt empfindet. Der Schreibstil ist dabei flüssig und gut lesbar, die Atmosphäre außergewöhnlich warm, ohne jemals langweilig zu wirken.

Die Figuren ergeben eine interessante Konstellation: Die glückliche Protagonistin Lulu ebenso wie die unterschiedlichen Studenten, der unglücklich verliebte Engländer und ihr verantwortungsbewusste Vater. Der Plot wirkt dabei nicht künstlich konstruiert sondern aus dem Leben gegriffen und ihre kindliche Sichtweise macht das dem Leser erst bewusst. Die Tragik schlägt plötzlich ein, nachdem sie so lange glücklich waren. Selbst das Ende bleibt klischeelos – es ist das Ende, das man sich für die Protagonisten wünscht.

Dabei ist es schade, dass nur wenig Spannung aufkommt und offene Fragen, die für Spannung sorgen könnten, schnell geklärt werden. Die zwischendurch auftauchende Geschichte, die die Vergangenheit der Mutter der Protagonistin erzählt, greift weit zurück, holt viel zu weit aus und ist zäh zu lesen, wenn sie selbst auch interessant sein mag.

Die Verteilung des Plots ist teilweise ebenso zäh, da der eigentliche Plot, das Suchen der Mutter, erst im letzten Drittel des Romans wirklich auftaucht. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Leben von Lulu und Paul zwar interessant und doch wünscht man sich noch immer den entscheidenden Umbruch.

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Vier Sterne gebe ich Lulu und Pauls Geschichte, die mich überzeugen konnte – nur einen Stern aber Azas Vorgeschichte, bei der ich mir eingestehen muss, dass ich auch das ein oder andere Mal vorblättern musste. Ein warmherziger Roman für alle, die nicht zwingend Spannung brauchen!

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