Silber von Kerstin Gier

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Titel: Silber – Das erste Buch der Träume
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Fischer FJB
Genre: Jugendbuch Fantasy
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2013

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In Livs Leben geht so schon einiges schief, denn ihre Mutter will mal wieder umziehen – und jetzt sogar zusammenziehen mit ihrem neuen Freund. Liv, ihre kleine Schwester Mia und Kindermädchen Lottie müssen wohl oder übel wie immer mit, doch bald passiert etwas noch Spannenderes in Livs Leben: Sie lernt eine Art Traumwelt kennen, in der jeder eine Tür hat, hinter der seine Träume verborgen liegen. Als sich herausstellt, dass ausgerechnet die Jungen, die von dieser Welt wissen, auch noch an Dämonen glauben, ja sogar einen Pakt mit einem geschlossen haben, steht ihre Welt gehörig Kopf.

Die Figuren sind dabei tatsächlich interessant – sowohl Livs verrückte Mutter, die mit ihnen schon in Kalifornien, Deutschland und mehr gewohnt hat, als auch das liebevolle Kindermädchen und Livs freche Schwester. Die Geschichte beginnt gut mit allerlei Action und auch die Träume, die einen wesentlichen Teil der Geschichte ausmachen, sind gut in die Geschichte selbst eingebaut.

Generell baut der Roman auf einem interessanten Konzept auf: Spannung wird erzeugt, da der Leser immer wieder vergisst, ob es sich bei der beschriebenen Szene nun um einen Traum oder doch um die Wirklichkeit handelt. Auch der sogenannte Tittle Tattle-Blog, auf dem die Schüler der High School Dinge über sich nachlesen können, die sie selbst noch nicht wussten, passt gut in die Geschichte – und schon bald hegt der Leser erste Vermutungen, ob dieser nicht auch etwas mit Livs Träumen zu tun haben könnte. Generell gelingt es der Autorin, unter anderem mithilfe des Blogs einen jugendfreundlichen, frechen und modernen Schreibstil an den Tag zu legen. Dass dies jemand schafft, ohne überzogen oder gezwungen zu klingen, ist selten – und somit Kerstin Gier hoch anzurechnen.

Toll ist außerdem, dass Liv ihren Verstand behält und auf die Geschichte rund um den Dämon reagiert wie jedes Mädchen es zuerst tun würde: Sie hält die Jungen für bescheuert. Trotzdem behält auch dieser Aspekt der Geschichte einen Bezug zu realen Elementen, wenn sich beispielsweise Grayson wünscht, von einer Erbkrankheit verschont zu bleiben. Auch das Ende ist gut in die Geschichte eingefügt und kommt keinesfalls zu plötzlich.

Von Anfang wird jedoch deutlich, dass die Übergänge dazu neigen, zu plötzlich zu sein. Figuren handeln, ohne vorgestellt zu werden, und der Leser blättert immer wieder zurück im Glauben, etwas überlesen zu haben. Die Auflösung der Geschichte rund um den Dämon erschien mir außerdem unrealistisch und nicht passend, wenn man beachtet, dass der Roman sonst in erster Linie auf Fantasyelemente einbaut.

Bedenkt man außerdem, dass der eigentliche Roman zwar eine Liebesgeschichte hat, die aber nur vereinzelt auftaucht, ist das Ende zu romantisch angehaucht. Generell hätte diese Liebesgeschichte das Potential gehabt, zu einem wichtigen Aspekt der Geschichte zu werden. Leider wird sie jedoch eher oberflächlich abgehandelt und scheint nur ein Element zu sein, an dem sich junge Mädchen erfreuen können – Tiefsinnigkeit bleibt auf der Strecke.

Generell ist es schwer einzuschätzen, für welche Zielgruppe der Roman geschrieben wurde. Der stark jugendliche Schreibstil und inhaltliche Aspekte wie Livs eher naive Einstellung zur Liebe lassen auf eine Zielgruppe von ca. 10 bis 13 Jahren treffen, während die Tatsache, dass Liv sechzehn wird, sowie die Feiern und die Bemerkungen ihrer Eltern und Henrys rund um Drogen u.ä. eher auf eine ältere Zielgruppe schließen lassen.

Zusammengefasst ist der Roman sehr spannend und baut auf einem tollen Fantasykonzept auf. Trotz einiger Makel kann man sagen, dass er junge Mädchen begeistern wird – es gelingt mir aber nicht, die Zielgruppe mehr einzugrenzen. Auch wenn ich mich als solche nicht direkt angesprochen fühle, muss ich doch zugeben, dass ich wissen möchte, wer Secrecy, die Bloggerin von Tittle Tattle, nun ist. Mein Tipp ist übrigens Anabel – oder ist das vielleicht zu oberflächlich gedacht und zu offensichtlich?

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