Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

Ich weiß, ich bin spät dran. Die Verfilmung ist auf dem Weg und die Fans stehen bereits vor den Kinos Schlange – aber besser zu spät als nie, oder?

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Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Autor: John Green
Genre: Jugendbuch Belletristik
Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2012

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Sie bekam Leukämie, die Ärzte fanden ein Wundermittel, das ihr half zu überleben, als sie und ihre Eltern die Hoffnung schon aufgegeben hatten, und kämpft nun noch immer um ihr Leben. Das ist Hazels Geschichte, so wie sie sie erzählt. Als sie aber Gus trifft, kommen immer mehr Eigenschaften von ihr an die Oberfläche, die sie vorher an sich selbst nie wahrnahm. Er hilft ihr, ihr Leben wiederzubekommen, auch wenn sie sich zuerst weigert, sich zu verlieben aus Angst, jemanden verletzen zu können. Letztendlich ist sie in dieser Geschichte jedoch nicht die einzige, die um ihr Leben kämpfen muss.

Zuerst einmal ist es schade, dass das amerikanische Cover nicht übernommen wurde. Die weißen und blauen Wölkchen sind wohl mittlerweile so etwas wie ein Kult und passen außerdem wunderbar zu dem Roman. Der Titel ist bei weitem keine genaue Übersetzung des Originitaltitels, der etwas besser passte. Beide Titel unterstreichen unterschiedliche Aspekte des Buchs und der deutsche Titel eben das Freche – auch eine Variante.

Toll ist John Greens Schreibstil, der mal poetisch und mal ganz frech ist. Dies zu kombinieren ist tatsächlich so etwas wie ein Meisterwerk, denn es bringt ebenso Jugend wie auch Literatur zusammen. Der Leser lernt Hazels einige kleine Welt kennen, wenn Auszüge aus ihrem Lieblingsroman besprochen werden, der eine große Rolle in dem Roman spielt. Diese Details überzeugen und machen ihr Leben für den Leser erst interessant und Hazel außerdem zu einem durchaus sympathischen Charakter.

Die Geschichte ist jugendlich, romantisch, frech, überzeugend, einfühlsam und doch auch kreativ. Egal wie romantisch es dabei zugeht, spielt der Tod doch immer eine tragende Rolle und bringt den Leser auf den Boden der Tatsachen zurück: Dies ist keine Cinderellastory, in der ein an Leukämie erkranktes Mädchen ihre große Liebe findet. Dies ist die Geschichte von zwei Jugendlichen, die eigentlich beide nur leben möchten.

Zum verlieben und doch nicht zu perfekt ist außerdem Gus Charakter: Er geht mit seiner Krankheit ganz anders als Hazel um. Anstatt wie Hazel so wenig Menschen wie möglich verletzen zu möchten, ist es ihm wichtig, seine Spuren auf der Welt zu hinterlassen. Das macht ihn zu einem wahren Jungen zum Verlieben, wobei aber auch deutlich wird, dass dies für Hazel manchmal deutlich anstrengend sein kann.

Abstriche gibt es allerdings für den Plot: Obwohl Hazel von ihrer Mutter für depressiv gehalten wird, reagiert sie manchmal fast schon erschreckend zu ,,jugendlich“ – Widersprüche, die es dem Leser erschweren, ganz in die Geschichte einzutauchen. Taucht der launische Autor, der sie vorher aus seinem Haus schmiss, letztendlich wieder auf und bekehrt sich, ist dies außerdem zu viel vom Happy End und deutlich zu idealistisch. Ganz ohne Klischees kommt der Roman ebenso nicht aus, was schade ist, da die Geschichte das Potential hätte, noch tiefgreifender zu sein.

Greens poetisch-frechem Schreibstil verzeiht man jedoch gerne, dass der Plot nicht immer überzeugen und ohne Klischees auskommen kann, denn dieser macht den Roman doch zu dem, das er ist: ein Buch, das im Kopf bleibt.

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3 Antworten zu “Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

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