Silver Linings

Ich gebe es zu: Das Buch fiel mir nur auf, weil ich schon lange mal den Film sehen wollte. Dementsprechend hatte ich nicht allzu hohe Anforderungen an den Roman – und war doch begeistert!
Von dem Film habt mir Sicherheit alle schon gehört: Schließlich bekam er acht Oscar-Nominierungen und verhalf Jennifer Lawrence sogar dazu, die Trophäe mit nach Hause nehmen zu können.

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Name: Silver Linings
Autor: Matthew Quick
Erscheinungsdatum: 21. März 2013
Genre: Belletristik
Verlag: Kindler
Länge: 352 Seiten

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Als Pat nach jahrelangen Depressionen aus der Klinik entlassen wird, hat er nur ein Ziel: Er möchte seine Ex-Frau Nikki wiedersehen. Um ihr zu gefallen, versucht er zu einem besseren Menschen zu werden und trainiert täglich stundenlang. Und dann ist da noch Tiffany, die Schwägerin seines besten Freunds, die ihm beim Joggen nachläuft, ohne auch nur ein Wort mit ihm zu wechseln. Spätestens als seine Mutter vorschlägt, Tiffany einmal zum Essen einzuladen, damit sie danach möglichst Ruhe gibt, entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft.

Toll ist in erster Linie der Erzähler: Pat plaudert locker aus seiner Gedankenwelt, von dem ,,schlimmen Ort“, an dem er Jahre verbracht hat und mehr. Liest man sich ausschließlich die Dialoge durch, kann man sich glatt zwei erwachsene Männer vorstellen, die sich unterhalten. Dank Pats Erzählweise aber sind seine Erklärungen simpel und fast schon kindlich.

Dies ändert nicht, dass durchaus Spannung vorhanden ist: Der Leser weiß, dass es einen Grund geben muss, warum Nikki sich von ihm trennte, aber noch scheint er nicht bereit zu sein, sich an dieses Ereignis zu erinnern. Subtil eingearbeitet tauchen immer mehr Hinweise auf – und doch kann der Leser sich nicht allein erschließen, was in Pats Vergangenheit geschah.

Zwischen Mitte und Ende besteht ein gesamter Teil des Romans nur aus Briefen, die es interessant machen, Pats Gedankengänge zu verfolgen, ohne aber dass er selbst erzählt. Gegen Ende werden die Briefe immer kürzer und nur eins bleibt: Pat ist noch immer davon überzeugt, dass er Nikki zurückgewinnen kann. Das Ende ist schlau gewählt, denn an diesem Punkt ist für den Leser klar, dass Pat der Einzige ist, der glaubt, dass Nikki ihn zurückhaben will. Das Ende wirkt dabei kein bisschen unrealistisch und macht vor allem eins deutlich: In diesem Roman ist der Weg das Ziel.

Schade ist jedoch die klare Abtrennung der verschiedenen Handlungsstränge: die Briefe zwischen Pat und Nikki, Tiffanys Training für den Tanzwettbewerb, Pats Wiedereingliedern in die Familie – all diese Themen haben einen eigenen Teil in dem Roman und überlappen nur selten. Sowohl der Tanzwettbewerb als auch die Briefe könnten sich stärker durch den gesamten Roman ziehen – ansonsten wirken die einzelnen Teile sehr abgehackt.

Ein gelungener Roman, der zwar in seiner Aufteilung nicht jedem gefallen wird, aber so anschaulich und interessant geschrieben ist, dass ich ihn jederzeit noch einmal lesen würde!

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