Escape

Ein Thriller – da war ich sofort dabei. Schon lange wollte ich wieder mehr Thriller lesen und musste mir dann eingestehen, dass ich doch wieder bei dem Genre gelandet bin, dass ich eh am liebsten lese: Science-Fiction. Mitten zwischen den Klausuren war der Roman aber trotzdem eine gelungene Abwechslung 😉

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Titel: Escape
Autor: Jennifer Rush
Erscheinungsdatum: 16. Januar 2013
Genre: Jugendbuch Thriller / Science-Fiction
Länge: 320 Seiten / Serie
Verlag: Loewe

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Anna wächst mit ihrem Vater in einem abgelegenen Farmhaus auf und in ihrem Keller liegt ein Labor, in dem sie vier Jungen gefangen halten. Was die Jungen dort machen, darf Anna nicht wissen. Nur dass sie regelmäßig Tests an ihnen durchführen. Mittlerweile hat sie die Theorie, dass der Staat in ihrem Keller seine Soldaten ausbildet, und versorgt ,,ihre Jungs“ mit neuen Büchern und mehr. Als diese aber die Chance haben zu fliehen, schließt sie sich ihnen an.

Den Titel fand ich zuerst nichtssagend, wobei mir der Text auf dem Backcover aber gut gefiel. Er klingt spannend und außerdem nach einem interessanten Konzept. Toll finde ich das Cover, denn gerade wenn man den Roman kennt, passt es natürlich perfekt, da auch Sams Tattoo einen Baum darstellt. Auch die Konstellation ist ebenso interessant, denn Anna als Tochter des Gegners, die sie aber trotzdem beschützen, bietet viel Spielraum für allerhand Zerrissenheit der verschiedensten Charaktere. Obwohl es auf der einen Seite toll ist, dass die vier Jungen so speziell und anders und mit ganz eigenen Eigenschaften ausgestattet sind, sind sie auf der anderen Seite alle zusammen echte Traumtypen. Die Farbsymbolik rund um Annas Hobby, das Malen, hätte ruhig etwas öfter auftauchen können, ist aber an sich ein gut gewählter roter Faden.

Der Verlauf der Geschichte basiert hauptsächlich auf einer Jagd quer durch die Staaten, wobei die Hinweise, die sie bekommen, nicht langweilen – vom Friedhof geht es zu Annas altem Haus und weiter. Zahlreiche Twists rund um Annas eigene Vergangenheit sorgen dabei für ausreichend Spannung. Die Hinweise darauf, dass einer der Jungen ein Spion sind, sind dabei genau richtig eingefädelt: Der Leser ahnt es, ohne sich schon zu sicher zu sein.

Schade ist jedoch, dass Rushs Schreibstil mitunter den Spielraum, den der Verlauf der Handlung bietet, nicht ganz ausnutzen kann: Er ist wenig anschaulich und beschreibt mehr Geschehnisse als Annas Emotionen und innerliche Reaktionen. Sich mit ihr zu identifizieren fehlt daher schwer und damit fehlt immer wieder auch Spannung.

Teile der Handlung wirken seltsam aus der Luft gegriffen, wenn beispielsweise die Familientradition, dass Anna jeden Morgen Kekse backt, nur einmal auftaucht. Ihre Schule, ihre Freunde oder auch nur ihre Nachbarn werden nicht genannt, was es erschwert, sich mit Anna zu identifizieren, denn ein soziales Umfeld scheint sie nicht zu haben. Dass Waffen dringend nötig sind, verleiht der Gewalt eine zu große Rolle, wobei man Annas Kampftraining hätte ausschmücken können. Die Beziehung zwischen Sam und Anna startet spannend, als er ihr eingesteht, dass seine Sympathie für sie nur gespielt war, und kommt später zu wenig vor. Der Satz ,,Ich werde dich wiederfinden…“, den sie zum Glück nicht annimmt, ist dabei umso ausgelutschter.

Ein Roman, der durchaus Spannung zu bieten hat, von einer wirklich interessanten Konstellation ausgeht und zahlreiche Wendungen aufweisen kann, wobei aber der Schreibstil an einigen Stellen für mehr Spannung sorgen könnte und die Geschichte an diversen Stellen zu kompliziert oder auch detaillos ist.

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