Blut ist im Schuh

Ein Thriller – zwar ein Jugendbuch, aber doch mal ein anderes Genre – ein bisschen Spannung muss sein 😉

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Titel: Blut ist im Schuh
Autor: Anna Schneider
Erscheinungsdatum: 20. März 2013
Genre: Jugendbuch Thriller
Länge: 256 Seiten
Verlag: Planet Girl

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Wer hier das arme Aschenputtel ist, weiß man nicht genau, denn die Stiefschwestern Amelie und Sarah haben es beide nicht einfach: Nachdem ihre geschiedenen Eltern ein Paar werden, leben sie nun gemeinsam bei Sarahs Mutter Heike. Sie könnten aber nicht unterschiedlicher sein, Sarah mit ihrer durch und durch schwarzer Kleidung und ihrem schmierigen Freund und Amelie mit ihren guten Schulnoten und ihrer schüchternen Art. Leiden können sie sich beide nicht und machen sich gegenseitig das Leben schwer, sodass sie gar nicht bemerken, was noch um sie herum passiert: Ständig fühlen sie sich beobachtet, als würde ihnen jemand nicht von der Seite weichen.

Toll ist die Idee, den Roman mit dem Märchen zu verbinden. Nachdem viele Disney-Filme neue Cinderella-Versionen bieten, orientiert sich dieser Roman zwar nicht direkt an der Geschichte, aber jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus Grimms Märchenbuch. Auch der Titel ist daraus bekannt und passt perfekt, denn auch in Amelies Schuh ist am Ende des Romans Blut – Ironie, wo es doch in der Originalgeschichte die böse Stiefschwester war und hier Amelie, die von den beiden eigentlich am freundlichsten wirkt.

Die Stiefschwestern werden generell aber beide sympathisch dargestellt, denn direkt nach den ersten Seiten wird ein Kapitel nicht mehr aus Amelies Sicht, die zwar überwiegt, sondern immer öfter auch aus Sarahs Sicht erzählt. Der Roman wird umso spannender, da es damit keine schlichte Gut/Böse-Kombination gibt. Auch wird die Spannung gehalten von zahlreichen Hinweisen, die im letzten Teil des Buches auftauchen und bei diversen Charakteren vermuten lassen, dass sie der Stalker sein könnten, der auf wenigen Seiten seine Ansichten erzählen darf.

Gleich am Anfang versucht der Roman aber zu verzweifelt, ein Jugendbuch zu sein: Statt Beschreibungen, die im Leser Gefühle auslösen könnten, wird anhand zahlreicher Nummern beschrieben und außerordentlich oft werden verschiedene Songtitel genannt. Auch die Zufälle, die in diesem Roman auftauchen, sind gegen Ende zu viel – schon allein der Mann, der auftaucht und ihr bei ihrem Geldproblem dank ihres Abschlussballkleides hilft, taucht etwas zu spontan auf.

Nie gelingt es dem Leser wirklich in Amelies Welt einzutauchen; dafür bleiben die Beschreibungen zu oberflächlich und die Anzahl der auftauchenden Personen und der Schauplätze zu hoch. Handlungen sind zu spontan, um für den Leser nachvollziehbar zu werden, und Gefühle werden oftmals nicht beschrieben. Die Gedanken, die anstelle dessen auftauchen, wirken dabei eher aufgezählt als dargestellt.

Die Geschichte rund um zwei streitende Stiefschwestern könnte dabei tiefgreifend sein. Dass es einen Stalker braucht, um einer solch tiefgreifenden Geschichte ein spannendes Ende zu verleihen, ist dabei außerordentlich schade. Er taucht nur auf wenigen Seiten auf, bevor er dann plötzlich zuschlägt. In einem Thriller einen Stalker ausschließlich mit Drogen zu erklären und nicht seine Gedanken darzustellen ist ebenso oberflächlich.

Ein Roman mit teilweise sehr oberflächlichem Schreibstil sowie einer Nebenhandlung, die im ersten Teil überflüssig ist und während des Endes aus der Luft gegriffen scheint – dafür aber durchaus mit Spannung.

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