Die Bestimmung – Letzte Entscheidung

Der Roman wurde, schon bevor ich ihn gelesen habe, von den Kritikern ziemlich zerrissen. Da ich die ersten beiden Teile der Triologie aber absolut geliebt habe, musste ich ihn doch noch unbedingt lesen – hier meine Rezension.

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Titel: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung
Autor: Veronica Roth
Erscheinungsdatum: 24. März 2014
Genre: Jugendbuch Science-Fiction
Länge: 512 Seiten
Verlag: cbt

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Die Fraktionen, die die ersten beiden Romane noch geprägt habe, haben sich aufgelöst und damit werden Tris und Four mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Stadt eine Lüge ist, ein Teil einer Welt, in der es ,,bessere“ Menschen als sie gibt. Dass der letzte Teil der Serie sich von den ersten beiden abhebt, ist somit unvermeidbar.

Gerade in dieser Zeit aber generell im Verlauf der Triologie wurde Tris und Fours Beziehung immer wichtiger und auch hier ist es gerade ihr zu verdanken, dass sie die Spannung hält, denn ihre Beziehung ist brüchig und wird von beiden wieder und wieder hinterfragt. Knapp schlittert die Autorin dabei an der Grenze vorbei, nachdem es tatsächlich nervig geworden wäre, noch macht es den Roman aber spannender.

Tris ist dabei die dickköpfige Heldin, zu der sie sich während der Triologie entwickelt hat, und es ist toll zu sehen, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Tris aus dem ersten Buch und dieser – wenn auch eine nachvollziehbare Entwicklung. Dass sie es wieder und wieder im Alleingang versucht, zeigt, dass ihre Beziehung zu Four im Moment nicht das Wichtigste für sie sein kann sowie dass sie in dieser Welt niemanden trauen kann.

Wendepunkte gibt es dadurch zahlreiche, denn die ein oder andere Aktion, die sie starten, geht nach hinten los. Tris und Four sind dabei keine Helden, die für das Gute kämpfen, denn auch sie irren sich oder versuchen, auf illegale Weise ihre Ansicht durchzusetzen. Verständlich bleiben sie dabei, wenn auch nicht zwingend liebenswürdig, da man sich manchmal wünscht, sie würden überlegter reagieren.

Die Details, die dieser letzte Roman jedoch bietet, sind zahlreich und die Welt, die Veronica Roth kreiert, immer enger an unsere heutige Welt geknüpft. Sie ist keineswegs perfekt, viel eher durch und durch ungerecht, und Tris und Four scheinen fast schon verloren in dieser Welt, die ihrer Stadt dann doch nicht gleicht. Roths Schreibstil ist schnell, es passiert ein (Un)Glück nach dem nächsten.

Das Konzept des Romans ist jedoch deutlich anders als das der ersten beiden Bücher: Nicht nur Tris sondern ab und zu auch Four erzählen die Geschichte, die nun auch in einem anderen Setting spielt. Fours Perspektive ist definitiv interessant und auch die Welt außerhalb der Stadt aufregend – Fans der Bücher werden jedoch enttäuscht sein, denn er knüpft nur scheinbar an die ersten beiden Bücher an.

Auch sind Tris und Four nicht gerade romantisch, sodass sich der Roman stark von anderen Fantasyhits abhebt. Anfangs ist dies noch erfrischend, auch wenn Identifikationspotenzial fehlt, nach und nach wünscht man sich aber ein wenigstens zeitweises Happy End für die beiden Protagonisten, wenn schon Four immer mehr in den Vordergrund der Geschichte gerückt wird.

Das Ende ist auf der einen Seite erschreckend und verlässt gerade alle Leser, die mit Tris mitgefiebert und sich mit ihr identifiziert haben, unbefriedigt. Betrachtet man die Geschichte genau ist es jedoch tiefgründiger als man es einem Fantasyhit wie diesem zugetraut hätte und hat etwas Episches an sich – wenn es auch nicht zwingend zu einem Jugendbuchbestseller mit Hollywoodpotenzial passt.

Ein Roman, der der Triologie ein würdiges und äußerst spannendes Ende setzt, wenn er sich auch mit vielen Neuheiten im Vergleich zu den ersten beiden Roman gespickt ist – sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

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