Zu Cool Für Dich

Mal wieder habe ich Liebe für euch, etwas anders als was ich bis jetzt vorgestellt hab, aber definitiv mal wieder ein Liebesbuch, das mich überzeugen konnte!

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Titel: Zu cool für dich
Autor: Sarah Dessen
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2014
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 448 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: dtv

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Wenn es um die Anzahl an Vätern geht, die sie schon hatte, hat Remy aufgehört zu zählen. Ihr leiblicher Vater hat ihr als ehemaliger Rockstar nur einen Song hinterlassen, bevor er starb, und nun plant sie für ihre Mutter eine Hochzeit nach der nächste. An Liebe glaubt sie nicht, auch nicht als sie mit Dexter zusammenkommt, dem Jungen, der nicht in ihren Plan passt. Während sie normalerweise von Anfang an weiß, wann sie Schluss machen wird, ist sie sich bei ihm nicht sicher. Erst als sie aber Schluss machen, merkt sie, dass er etwas Anderes ist als all die anderen Jungen, mit denen sie schon ausgegangen ist.

Remy ist auf eine interessante Art ein liebenswürdiger Protagonist, von dem man eben das auf den ersten Blick gar nicht erwarten würde. Sie glaubt kein bisschen an Liebe – und das auf eine fast schon erschreckende Art, wobei sie kein bisschen wie eine Katzenlady ist. Stattdessen hat sie einen Freund nach dem anderen und behandelt sie wie Produkte, die ihr eine schöne Zeit machen können. Ihr Zweifel ist dabei verständlich und, wenn vielleicht nicht in diesem Ausmaß, ein Gedanke vieler junge Mädchen: Was ist Liebe wert? Was kann sie verändern? Remy glaubt, die Antwort schon gefunden zu haben.

Dexter ist als ihr Gegenpart genau die Art von Charakter, von dem sich sich eigentlich fernhalten wollte: ein Musiker nämlich. Es ist erfrischend, dass er im Gegensatz zu Remy und den Männern, die ihre Mutter schon geheiratet hat, absolut nicht reich ist sondern in einer Band, die sich mit Jobs in Coffee Shops & Co. über Wasser hält. Dass er Sänger ist, bietet auf der anderen Seite Identifikationspotential – definitiv ein Charakter zum Liebhaben.

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich zuerst überrascht, wer Remy doch ist. Was ich besonders stark fand ist, dass an keinem Punkt durchkommt, dass Remy wütend auf ihre Mutter hat, da sie während ihrer Kindheit schon so viele verschiedene Väter erleben musste. Dieser Zusammenhalt überrascht, macht Remy als Protagonistin aber auch liebenswürdiger. Dass sie Macken hat wie einen Ordnungszwang, ist da eher nebensächlich.

Remys Freundinnen Cloe, Jess und Lissa sind ebenso wie die Mitglieder der Band starke Persönlichkeiten, die problemslos selbst die Geschichte tragen können. Obwohl der Roman damit vergleichsweise viele Nebenfiguren hat, haben sie alle so unterschiedliche Persönlichkeiten, dass der Leser den Überblick nicht verliert und außerdem noch viel mehr von Remys Welt kennen lernen kann. Toll gewählt ist auch der Zeitpunkt, denn diese Zeit zwischen Schule und College, in der die Mädchen in erster Linie den Sommer genießen wollen, verstreut ein Gefühl von Girlpower.

Nicht zuletzt ist die eigentlich Liebesgeschichte wirklich süß. Besonders wenn Dexter Remy nicht als seine Freundin darstellt aber sie zurückgibt, dass er sie durchaus liebt, oder wenn er verkündet, dass sie ihn lieben müssen, nachdem sie ihm Geschirr gekauft hat, sind so süß, dass die Momente, in den Remy den Plan durchziehen will, denn schon so viele Jungen erlebt haben, nicht zerstörend sondern eher realistisch sind.

Abzüge gibt es, weil das Kennenlernen sehr spontan war. Dass Dexter regelrecht in Remy hineinläuft und beschließt, dass sie auf irgendeine Art und Weise verbunden sind, war mir am Anfang zu unrealistisch. Nach und nach sind alle weiteren Treffen aber gut in Remys Welt eingebunden – beispielsweise indem die Band auf der Hochzeit ihrer Mutter spielt, sodass Dexter mit der Geschichte rund um ihre Familie verknüpft wird.

Sehr gespannt war ich auf das Ende und wusste selbst nicht genau, was ich mir davon erwartet habe – jedenfalls wollte ich es nicht zu kitschig aber auch nicht ohne Happy End. Paul, Remys nächster Freund, erscheint dabei reichlich unnötig, während das Happy End reichlich kurz ist im Vergleich zu der langen Beschreibung der glücklichen Beziehung. Obwohl es Sarah Dessen gelingt, ein Happy End ohne Kitsch einzubauen, hätte diese doch etwas mehr Zeit gebraucht.

Ein wunderschöner Liebesroman über ein Mädchen, das die Wahrheit über die Liebe vielleicht nicht sucht aber doch findet, mit starken, ausgefeilten Charakteren!

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