Etwas Neues Wagen

Nein, hierbei geht es nicht um die Entwicklung deines Charakters. Hierbei geht es um etwas viel Wichtigeres: Dich, den Autor, denn auch du musst natürlich etwas mitbringen, damit dein Roman zu etwas wird. Es gibt Erfolgsrezepte, die immer wieder funktionieren, und genau das wird gerne kritisiert gerade wenn es um Fantasy Bestseller wie Twilight & Co. geht. Aber was ist wirklich neu? Und warum braucht es mein Roman?

Als Beispiel habe ich mir Mike Lancasters Roman ,,O.4 – Eine perfekte neue Welt“ herausgesucht, der voller neue Ideen ist, die hier den Roman von anderen Geschichten abheben.

a) Es gibt eine etwas andere Rahmenhandlung.
Das Buch ist aufgebaut wie ein Sachbuch, das Menschen aus der Zukunft die Kassetten, die Kyle besprochen hat, erklärte. Hinweise darauf, wie ein Buch zu benutzen ist, am Anfang des Romans und Erklärungen zu uns bekannten Begriffen wie z.B. Coldplay weisen darauf hin.
Mit diesem Rahmen gelingt es Lancaster seinen Roman interessanter zu gestalten und gleichzeitig ist es immer wieder witzig, die manchmal komplett falsch liegenden Erklärungen zu lesen. Auch wird der Leser in eine ganz neue Perspektive gesteckt – in diesem Fall in die Personen aus der Zukunft, die die 0.4er wie Kyle es ist längst vergessen haben. Somit tauchen auch Fragen auf wie beispielsweise, wer diese Menschen aus der Zukunft sind und wie sich die Gesellschaft bis dahin entwickelt hat, die in dem Roman aber leider unbeantwortet bleiben.

b) Es gibt keinen typischen Held und keinen Kampf.
Es ist schwer, sich mit Kyle zu identifizieren, da er kein typischer Held ist, der rebelliert und sich gegen das System auflehnt. Stattdessen akzeptiert es sein Schicksal, kaum dass er es erfahren hat, und macht auch nicht den Eindruck, überhaupt die Chance zu haben, dagegen anzukämpfen.
Das macht es dem Leser schwer, sich mit Kyle als Held zu identifizieren, weshalb sie außerdem kaum mitfiebern können. Da die Enthüllung von Kyles Schicksal auch schon das Ende des Romans ist, ist außerdem der Anfang eher langweilig.

c) Wichtige Details werden weggelassen.
Kyle weiß nicht, dass die Kassette ein paar Sekunden am Anfang und am Ende jeder Seite nicht aufgezeichnet werden, weshalb manchmal entscheidende Dinge fehlen. Lancaster hat mithilfe der Kassetten natürlich eine hervorragende Ausrede, warum er dies dem Leser enthält.
Dies erlaubt es ihm, einen Cliffhanger nach dem anderen aufzubauen, sodass diese Methode die Spannung deutlich steigen lässt. Die Kassetten ermöglichen es hier, aber es gibt zahlreiche andere Wege wie das Wechseln des Erzählers u.ä., um dem Leser entscheidende Teile vorerst zu enthalten.

d) Der Roman ist vergleichsweise kurz.
In der Kürze liegt die Würze – das habe ich hierzu schon in der Rezension geschrieben. Tatsächlich empfinde ich den Roman gerade für einen Fantasyroman wenn auch im Jugendbuchbereich erfrischend kurz, was ihm auf jeden Fall hilft, da mehr Seiten die Spannung noch weggenommen hätten.

Du siehst: Es gibt positive und negative Seiten, aber letztendlich sollten die Positiven überwiegen. Generell aber gilt: Originelle Geschichten sind interessant, auch wenn die Versuche, in die Richtung zu gehen, nicht immer beim ersten Anlauf gut gehen – das solltest du dir bewusst sein.

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