Die große Enthüllung

Die meisten Fantasybücher leben davon: der großen Enthüllung. Harry Potter fand heraus, dass er nicht nur ein Waise sondern auch ein Zauberer ist, Edward verbringt ungefähr fünf Seiten damit, Bella von der Geschichte seines Vaters zu erzählen, und vielleicht schreibst du ja auch gerne an der großen Enthüllung deines eigenen Charakters.

Hier habe ich für euch drei Bücher aufgeschrieben, zu denen ich in erster Zeit Rezensionen geschrieben habe. Sie alle gehen mit der großen Enthüllung unterschiedlich um:

Alles, was wir geben mussten: Keine Enthüllung
Kathy weiß seit ihrer Kindheit, dass etwas an ihr anders ist und dass sie eines Tages nach und nach ihre Organe spenden wird. Es wird ihr in ihrer Jugend nach und nach bewusst, aber es gibt keinen Moment, in dem sie von einen Moment auf den anderen es plötzlich erfährt.
Diese Strategie ist super, wenn der Roman dem Protagonist über mehrere Jahre folgt. Hinterlass zahlreiche Hinweise, aber lass dem Erzähler auch Zeit, um über die Bedeutung der darunterliegenden Enthüllungen nachzudenken, sodass der Leser nicht den Eindruck bekommt, dass der Protagonist selbst noch nicht wirklich versteht, worum es eigentlich geht. So kannst du die Spannung halten, indem sich der Leser weiterhin fragt, ob seine Vermutungen stimmen und welche Konsequenzen sie haben werden.

Die Rebellion der Maddie Freeman: Eine große Enthüllung
Viele Hinweise lassen den Leser schon auf den ersten Seiten wissen, dass Maddie etwas zu verstecken hat, das etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Noch im ersten Viertel des Romans wird aber enthüllt, dass Maddie schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt stand.
Diese Strategie ist beliebt, denn auch Harry Potter & Co. nutzten sie: Die Geschichte beginnt damit, dass der Protagonist etwas über sich selbst herausfindet, woraus sich neue Möglichkeiten für ihn entwickeln. Dies ist keine direkte Strategie, um die Spannung zu halten, sondern eher um den Protagonisten einen Grund zu geben, die Reise, über die du schreiben möchtest, überhaupt anzutreten.

Mindspeak: Nach und nach
Dies ist meine Lieblingsstrategie, denn wenn ich diesen Roman las, war ich wirklich fasziniert von den zahlreichen Wendepunkt und der Art, wie sie in die Geschichte eingebunden wurden: Die meisten Enthüllungen in diesem Roman geschehen, weil Lexi etwas herausfindet oder der mysteriöse Jack etwas enthüllt. Der Roman ist eine einzige Enthüllung nach der nächsten, ohne dass die Spannung jemals verloren geht.
Vielleicht ist das die am schwierigsten umzusetzende Strategie, aber sie zahlt sich aus. Teile deine Enthüllung in kleine Teile, die dein Protagonist nach und nach herausfindet. Sorg dafür, dass er dies auf unterschiedliche Weisen tut, und lass außerdem Platz für falsche Rückschlüsse und unglaubwürdige Enthüllungen.

Und noch ein Tipp: Hinweise zählen!
Lass zahlreiche Hinweise, aber gestalte sie nicht zu offensichtlich. Außerdem lass den Protagonist falsche Konsequenzen ziehen oder hinterlasse Hinweise, die den Leser auf die falsche Fährte locken, denn dieser sollte wissen: was auch immer gerade enthüllt wurde, man kann niemandem glauben.

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