Alles, was wir geben mussten

Es schneit mal wieder? Du kannst den Weg nach draußen nicht finden, weil Schnee im Weg ist? Deine Finger sind weiß, deine Nase rot und deine Zehen… Meine sind entweder eingefroren oder nicht mehr vorhanden. Dasselbe bei dir? Kein Problem, ich hab nämlich Bücher für dich!

Eckdaten

Titel: Alles, was wir geben mussten
Autor: Kazuo Ishiguro
Genre: Science-Fiction / Belletristik
Erscheinungsdatum: 6. November 2006
Länge:352 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: btb Verlag

Rezension

Als Kathy ihren Job als Pflegerin beendet, blickt sie zurück auf ihre Kindheit in Hailsham und ihre Freunde. Der Leser aber bemerkt schnell, dass etwas mit der idyllischen Szenerie des Internats, in dem sie aufwächst, etwas nicht stimmt: Warum scheinen diese Kinder keine Familien zu haben? Und warum haben sie keinen Kontakt zu der Welt außerhalb von Hailsham?

Es gibt viele Fragen, die der Autor unbeantwortet lässt, und das ist super, denn dieser Roman ist keine Reportage sondern ein echter Roman, der dem Leser einfach nur ermöglicht, einen Blick auf Kathys Gedanken und Gefühle zu erhaschen. Auch Ishiguros Schreibstil ist dabei erfrischend ruhig, egal wie oft diskutiert das Thema ist. Damit ist der Roman anders als beispielsweise 1984, da er dank den Erzählungen aus Kathys Kindheit tatsächlich mitunter etwas Naives und Kindliches hat. Auch das Ende ist überzeugend, denn die Helden träumen zwar von einem Leben mit einem anderen Schicksal als ihrem aber sie kämpfen nicht. Stattdessen sehen sie ihr Schicksal als Tatsache so wie wir Menschen es als Tatsache verstehen, dass wir eines Tages sterben würden – vermutlich auf natürliche Art und Weise.

Die Gesellschaft, die dafür gesorgt hat, dass Kathy diesem Schicksal begegnen muss, wird dabei kaum beschrieben – der Fokus liegt hier tatsächlich stark auf Gefühlen. Damit handelt es sich in dem Roman nicht nur um die Gentechnik sondern gleichzeitig um den Menschen selbst mit all seinen Eigenarten. Spannend ist der Roman daher kaum, auch wenn er in anderen Punkten überzeugen kann.

Ein Roman, den man gelesen haben sollte, wenn man sich für das Thema interessiert – und das sollte jeder, denn es betrifft uns heutzutage öfters als es uns lieb ist.

4 and a half

Advertisements

Eine Antwort zu “Alles, was wir geben mussten

  1. Pingback: The Big Reveal | Write Create Tell·

Kommentiere

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s